Kostenbeteiligung bei zahnärztlichen Leistungen

Zahnarztbesuche können teuer werden, das wird Vielen klar, wenn sie ihre erste Zahnarzt Rechnung in den Händen halten.
Doch wie genau sieht die Kostenübernahme beim Zahnarzt aus ab wann lohnt sich eine kostenpflichtige Zahnzusatzversicherung?

Grundsätzlich gilt: Die Krankenkassen bezahlen das, was medizinisch notwendig ist. Doch häufig deckt die Leistung der gesetzlichen Krankenkassen nicht die Gesamtkosten. In den meisten Fällen beträgt die Deckungshöhe für die einfachste Form des Zahnersatzes, die sogenannte Regelversorgung, ca. 60% der Zahnarztrechnung.

Sparen mit einem zahnärztlichen Bonusheft:
Erwachsene sollten ihre Zahnarztpraxis zweimal im Jahr zur Individualprophylaxe besuchen. Die Vorsorge senkt nicht nur das Risiko für Erkrankungen, sondern auch die Kosten im Falle einer Behandlung. Denn je länger der Zeitraum ist, für den man eine lückenlose Vorsorge nachweisen kann, desto höher fällt die Deckungshöhe der gesetzlichen Krankenkassen aus. Bei einem 10 Jahre lang lückenlos geführten Bonusheft liegt dieser bei 65%. Bei fünf Jahre lang lückenlos dokumentierter Vorsorge liegt die Deckung immerhin bei 60%.

Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung?
Kostenpflichtige Zahnzusatzversicherungen werden zusätzlich zu der Versicherung der Krankenkassen abgeschlossen und schließen die Lücke in der Kostenübernahme. Wie hoch die Deckung der Zahnzusatzversicherung ausfällt unterscheidet sich von Tarif zu Tarif. Hier kommt es darauf an, die Versicherungsbedingungen genau zu lesen. Eine kostenpflichtige Zahnzusatzversicherung lohnt sich nicht in allen Fällen: für Personen, die in der Vergangenheit keine Probleme mit ihrer Zahngesundheit hatten kann es sich lohnen, das Geld, das eine Zahnzusatzversicherung kosten würde, für möglicherweise anfallende Behandlungen zu sparen. Dies trifft vor allem für ältere Menschen zu, da kostenpflichtige Zahnzusatzversicherungen mit dem Alter immer teurer werden.
Wer mit dem Gedanken spielt, bei einer akuten Erkrankung eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, um eine höhere Kostenübernahme zu erreichen, sollte allerdings die Wartezeiten beachten. Viele Versicherungen werden erst einige Monate nach Vertragsabschluss wirksam.

Zahnarzt Rechnungen auf der Einkommenssteuererklärung absetzen:
Rechnungen vom Zahnarzt können Sie auf der Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastung ansetzen, wenn der Besuch aus einem medizinisch notwendigen Grund erfolgt ist. Von den Kosten wird eine zumutbare Belastung abgezogen, erst dann wirken sich die außergewöhnlichen Belastungen aus. Die Höhe dieser zumutbaren Belastung hängt von Lebenssituation, Jahreseinkommen und anderen Faktoren ab.
In jedem Fall kann es sich lohnen, die Zahnarzt Rechnung bei der Einkommensteuererklärung auszuweisen – wenn es sich nicht um eine rein kosmetische Behandlung handelt.

Wer also beim Zahnarzt sparen möchte, sollte in erster Linie für ein lückenloses Bonusheft sorgen – denn das kostet nichts und sorgt mit der Zeit für eine immer höhere Deckung der Krankenkasse. Wer das Risiko einer teueren Behandlung nicht selbst tragen möchte, sollte sich zudem über Zahnzusatzversicherungen informieren, die im Krankheitsfall die Deckungslücke der Krankenkasse schließen.
Und in jedem Fall sollte man auch beim Einreichen der Einkommensteuererklärung an seine vergangenen Zahnarztbesuche denken – und die Rechnungen dafür einreichen.

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